Laufen für Frauen

Frauen, die über längere Zeiträume hinweg erfolgreich laufen, bringen in aller Regel auch die entsprechenden körperlichen Voraussetzungen dafür mit. Sie sind weder füllig noch zu groß und mit schmalen Hüften und wenig weiblichen Rundungen ähnelt ihr Körperbau eher dem eines Mannes. Um hohe Kilometerumfänge laufen zu können ohne sich zu verletzen, müssen tatsächlich bestimmte physische Bedingungen vorhanden sein. Wer breite Hüften hat, dessen Knie stehen vergleichsweise dicht zusammen. Das führt zu zusätzlichem Druck auf das Iliotialband, die Plantarfaszie und die Kniescheiben. Zum Laufen muss man geboren sein. Mit hohen Trainingsumfängen oder guter Ernährung kann man seinen Knochenbau nicht ändern. Wenn der sogenannte Q-Winkel, der zwischen dem oberen Becken, der Mitte der Kniescheibe und dem Ansatzpunkt der Patellasehne am Schienbein gebildet wird und insofern vom Neigungswinkel des Oberschenkelknochens abhängt, zu groß ist, ist eine Frau nicht zum Laufen gebaut. Je mehr sie dann läuft, desto wahrscheinlicher werden Überlastungsbeschwerden. Beim Laufen gelten dieselben physikalischen Gesetze wie z.B. beim Eislaufen oder in der Gymnastik. Für alle drei Sportarten gilt: Wer nicht den passenden Körperbau hat, wird nicht an die Spitze kommen. Sechs von zehn Frauen, die mit Langstreckenlauf beginnen, verletzen sich. Mehrere Studien haben gezeigt, dass höhere Laufumfänge nicht nur ein erhöhtes Verletzungsrisiko bedeuten, sondern oft nicht einmal die allgemeine Fitness verbessern. Daher die Empfehlung: all jene, die keinen geeigneten Körperbau haben, sollten andere Sportarten zur Verbesserung ihres Herz-Kreislaufsystems in Betracht ziehen. Insbesondere als Mittel zur Gewichtsreduktion ist ausdauerndes Laufen nicht geeignet.

 

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